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Das frühere Jugendwohnheim HAUS MICHAEL wurde
nach einer notwendigen Umbau- und Renovierungsphase im Jahre 1980 als
Wohnheim für erwachsene geistig behinderte Menschen eingerichtet.
In jeder der fünf Etagen wurden jeweils eine Wohngruppe mit Platz für
durchschnittlich zehn Frauen und Männer geschaffen. Die Gesamtzahl von 52
Plätzen wurde durch die Hinzunahme von zwei Kleinwohnungen später auf 60
Plätze erhöht. Die zentrale Verpflegung der Bewohner erfolgte in einem
großen Speisesaal im Erdgeschoß des Hauses.
Belegt wurde die Einrichtung vorwiegend mit geistig behinderten Menschen,
die zuvor in psychiatrischen Fachkrankenhäusern und anderen
Langzeiteinrichtungen (Kinder und Jugendheime) gelebt haben und deren
Angehörige kaum Kontakt zu ihnen halten.
Die soziale Dichte in den Wohngruppen mit nur einem offenen
Gemeinschaftsraum und enger Teeküche, die Einnahme der Mahlzeiten in einem
gemeinsamen Speisesaal für das ganze Haus und die Fixierung der Bewohner
auf die versorgende Betreuung führten immer wieder zu aggressiven
Ausbrüchen, regressiven Verhaltensweisen, Flucht in psychosomatische
Beschwerden mit einer ausgeprägten Verweigerungshaltung bezüglich der
pädagogischen Bemühungen um Verselbstständigung.
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Vor dem Hintergrund dieser
Problemstellung entschied sich der Träger
zu folgenden innovativen Veränderungen:
Den
Bewohnern einen ihren Bedürfnissen und Beeinträchtigungen entsprechenderen
Lebensraum zu schaffen.
Den
heutigen integrativen Ansätzen folgend, unabhängigere, dezentrale, sich
weitgehend selbst versorgende Wohngruppen zu entwickeln
Den
Erfordernissen psychosozialer und pädagogischer Begleitung entsprechende
fachlich qualifizierte Arbeit durch geeignete Mitarbeiter sicherzustellen.
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Diese weitreichenden Umstrukturierungen
beeinflussten auch maßgeblich die pädagogische Begleitung und Betreuung
der Bewohner. Die Umstellung von zentraler auf weitgehend gruppenbezogene
Versorgung erforderte und erfordert einen hohen organisatorischen Aufwand
und ist natürlich abhängig von d er entsprechenden Mitarbeit und
Möglichkeiten der Bewohner z.B. bei der Planung, beim Einkauf und
Zubereitung der Mahlzeiten u.a. Die Betonung auf die individuelle
Begleitung und Förderung der Bewohner des Hauses, lässt unterschiedliches
selbstständiges und eigenverantwortliches Handeln der Bewohner in den
unmittelbaren Lebensbereichen zu.
Im gotischen Sprachgebrauch hieß " wunian " soviel wie " zufrieden sein".
Wohnen bedeutet eben nicht nur Versorgung, Verp flegung und Unterkunft,
sondern auch die Möglichkeit sozialer Teilhabe, das Gefühl der
Geborgenheit und Privatheit, die Möglichkeit des Rückzuges und die
Teilnahme an der Gemeinschaft, das
Wissen in persönlichen Angelegenheiten mit Rat und Hilfe rechnen zu
können, Respekt vor seiner Person zu erfahren und die Möglichkeit
Fähigkeiten und Begabungen optimal zu entfalten.
Wohnungen unterschiedlicher Größe und Ausstattung, sowie auf die besondere
Struktur jeder Gruppe bezogene Konzepte sichern langfristig die
Wohnqualität im HAUS MICHAEL.
Jeder Bewohner soll die Möglichkeit haben, auf Dauer mit der ihm
angemessenen Bezugsgruppe leben und alt werden zu können. Haus Michael
bietet ein differenziertes Wohnangebot.
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Wohngruppen

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Das Haus Michael verfügt über sechs
Wohngruppen mit einer überschaubaren Gruppengröße mit höchstens acht
Bewohnern (Männer und Frauen).
Die Wohngruppen bestehen aus den persönlichen Einzelzimmern der Bewohner, Essraum, Wohnzimmer,
Küche und Vorratsraum, Bäder und Waschraum. Jede Gruppe verfügt zur
Innenhofseite über einen eigenen Balkon.
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Trainingswohnungen

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Im Jahre 1991 wurde das Wohnhaus um vier
Trainingswohnungen, in denen durchschnittlich vier Bewohner leben,
erweitert. Jede Wohnung hat eine andere Raumaufteilung.
Die Bewohner leben in Einzelzimmern.
Neben der Küche verfügt jede Wohngemeinschaft über einen gemeinsamen Wohn-
und Eßraum und Sanitärbereich. Die Zimmer haben zur Innenhofseite einen
Balkon.
In der Begleitung der Bewohner der Trainingswohnungen wird Augenmerk auf
mögliche weitere individuelle Perspektiven des Wohnens (Außenwohnung,
eigene Wohnung o.ä.) der Bewohner gelegt.
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